Dienstag, 26. April 2016

Plötzlich wieder lesesüchtig

Seit November hatte ich eine Pause eingelegt. Bei meinem Aufenthalt in Südafrika im Januar und Februar habe ich mich durch Dorothy Baker, Cassandra at the Wedding, auf deutsch: Zwei Schwestern,  gequält, ja, muss ich schon sagen. Aber ich will nicht ungerecht sein. Ich hatte eine hervorragende Rezension gelesen und hier ist noch eine sehr positive, klick
Ich fand den Roman zäh und auch etwas larmoyant, sorry.
Danach war erstmal Pause mit Lesen.
Schon seit einiger Zeit, seit den Terroranschlägen in Paris, hatte ich mir 
"Paris - A moveable feast" auf deutsch "Paris, ein Fest des Lebens" von Ernest Hemingway, herunter geladen. Dazu gekommen bin ich aber erst bei einem Krankenhausaufenthalt vor drei Wochen. Da fiel es mir wieder ein.
Da ich selbst in den späten Sechzigern eine Weile in Paris gelebt hatte und mich noch gut an diese nostalgische Zeit erinnern konnte,
auf der Welle der Zwanziger, tauche ich begeistert in die Schilderung Hemingways ein. Tagelang in den Cafés herumzusitzen, intelligente bis weniger intelligente Gespräche zu führen, kein Geld zu haben, im Winter in die Alpen zu fahren, noch ohne Lift Ski zu fahren, mit den großen Schriftstellern der Zeit, Scott Fitzgerald, John Dos Passos, Ezra Pound, Ford Maddox Ford und der berühmten Mäzenin Gertrude Stein herumzusitzen und interessante Gespräche zu führen, durch Paris zu schlendern...
Als ich das Buch durchgelesen hatte, musste ich mir schnell noch weitere herunter laden, zunächst allerdings die Schilderung aus der Sicht von Hemingways erster Frau, Hadley Richardsen, den Roman: "Madame Hemingway" von Paula McLain. Großartig, die zwei verschiedenen Perspektiven zu sehen. 
Danach konnte ich immer noch nicht genug bekommen und hab eine Biographie über Hemingway gelesen.
Jetzt lese ich "Fiesta", finde es ganz amüsant, bin aber erstaunt über die belanglosen, eher ironischen Dialoge, und das Leben, die Lebensart der Protagonisten. Alkohol, unglückliche Liebe, Stierkämpfe in Pamplona, das soll so großartige Literatur sein? na ja, die Landschaftsbeschreibungen, das träge Leben, Angelausflüge, Spanien, man bekommt schon eine Menge von der Atmosphäre mit. Überhaupt ist Hemingway ein Meister der Atmosphäre, die Gestalten sind skurril, aber aufschlussreich für die Zeit. Insgesamt sehr unterhaltsam zu lesen.

Montag, 23. November 2015

Neue Lektüre

In der letzten Woche nach den Anschlägen in Paris hatte ich das Bedürfnis, noch mehr über Hintergründe zur Entstehung des IS und Al Quaida zu erfahren und lud mir 2 Bücher herunter, die ich jetzt unbedingt empfehlen möchte, 
einmal "Inside IS" von Jürgen Todenhöfer klick 
Sehr, sehr aufschlussreich und spannend geschrieben. 
Das Zweite ist "Wer den Wind sät" von Michael Lüders klick 
Auch sehr sehr interessant und erhellend.
Irgendwie wußte ich schon eine Menge über die Ursachen der Entstehung der Terrorgruppen, aber so richtig kapiert habe ich es erst jetzt und fühle mich einfach besser, weiß auch nicht, warum.
Zumindest wird einem klarer, wohin die Politik gehen muss und wohin Machtstreben und Herrschaftsdenken führt, nämlich zu verheerenden Folgen für uns alle, West wie Ost.

Montag, 5. Oktober 2015

Lesung am 7.11.15 im "Königreich"








Paris, Ottensen
Lesung und Chansons
mit Anna Hölscher,
 Marita Lamparter und
 Renate Langgemach
Ort: Königreich, Friedensallee 26 (Hinterhof)
Datum: Samstag, den 7. November 2015
Zeit: 20.00 Uhr
Eintritt: Spende
Bitte reservieren unter mail@anna-hoelscher.de



Mittwoch, 2. September 2015

Ein Buch- Mein Juwel!



Dieses Buch habe stammt aus dem Bücherschrank meines Vaters. Er war Französisch-Lehrer und hatte einige sehr alte Paperback Ausgaben. "Bel Ami" von Maupassant habe ich erst vor einigen Jahren gelesen und fand es und den Schreibstil phantastisch. Das ist für mich  Literatur, hab ich gedacht und denke es noch. Neulich sah ich das Buch wieder an, wie es so langsam vor sich hin alterte und zerfledderte und beschloss, es aufwendig restaurieren zu lassen. Das war zwar sündhaft teuer, aber ich finde, es hat sich gelohnt.
Frau Begemann von der Buchbinderei
 klick 
erzählte mir, dass früher die Bücher häufig als Paperback gekauft wurden und dann aufwendig gebunden wurden. Tja, da wurden Bücher noch als Kostbarkeiten angesehen. Aber das ist jetzt meins auch, und eine wunderbare Erinnerung auch an meinen Papa.










Danke fürs Reinschauen!!

Donnerstag, 23. Juli 2015

Annes Lesetipp

Meine Cousine Anne empfhielt:
Bonita Avenue  klick
Ihr Kommentar: spannende holländische Familien Saga. Allerdings: Den Schluss findet sie zu grausam.

Samstag, 18. Juli 2015

Trautes Lesetipp

Lesetipp meiner Freundin Traute aus Freiburg:
Der Trafikant, von Robert Seethaler klick
Ihr Kommentar:  Witzig , tolle Sprache.

Freitag, 17. Juli 2015

Lieblingslektüre: Feuerkraut, Gerda Lerner

17. Juli 2015

Eine spannende Autobiographie als Urlaubslektüre? Warum nicht?  "Feuerkraut" klick  z. B.
Gerda Lerner als Pionierin der Geschichte der anderen Hälfte der Menschheit, der Frauen. Als Jüdin und Widerstandskämpferin in die USA emigriert, liest sich ihr Leben spannender als ein Krimi.



Montag, 6. Juli 2015

Chimamanda Ngozi Adichie

Meine neue Lieblingsschriftstellerin heißt
Chimamanda Ngozi Adichie klick
So, das hab ich auswendig hingeschrieben. So toll finde ich sie, dass ich mir so einen komplizierten Namen gemerkt habe. Ha!!!

Mein Lieblingsbuch von ihr "Amerikanah"
klick
klick
Phantastisch! Eine junge Nigerianerin zieht in die USA  und findet heraus, dass sie schwarz ist. Klingt komisch, macht aber Sinn. Sie findet sich am Anfang nur sehr schwer zurecht, der Traum vom glamourösen Amerika zerplatzt wie eine Seifenblase.
Das Buch hat mehrere Literaturpreise gewonnen und ist besonders
bekannt geworden durch die Sängerin Beyoncé, die die umwerfende und sehr amüsante Rede "We should all be Feminists" Von Adichie, gehalten bei Tedx
klick

in ihrem Song "Flawless" zitiert hat.
Weitere beeindruckende Romane sind "Blauer Hibiskus" klick 
und "Die Hälfte der Sonne" klick
Viel Spaß bei der Lektüre!

Freitag, 3. Juli 2015

Griechenland Krimis

Die Ferienzeit hat begonnen. Ich war auf Lesbos im Juni. Dort hab ich mit Vergnügen folgende Krimis gelesen!




Alle schildern eine schöne Atmosphäre auf Inseln oder in Athen.

Petrus Markaris, Abrechnung. Ein Fall für Kostas Charitos
(klick)
Stella Bettermann, Griechischer Abschied
(klick)
Irene Dorfner, Hilferuf aus Griechenland
(klick)
"Abrechnung" spielt in dem fiktiven Fall, dass gerade die Drachme wieder eingeführt wurde und den daraus erwachsenen finanziellen Schwierigkeiten, aber auch neuer Solidarität. 
Viel Spaß bei der Lektüre!


Sonntag, 10. November 2013

Rückmeldungen für "Schnittmuster"

So langsam trudeln die Rückmeldungen zu den "Restexamplaren" "Schnittmuster"  ein.
Ich freu mich, dass die (u.a. mit Nähen ;-)) vielbeschäftigten Frauen Zeit gefunden haben, mein Buch zu lesen. Vielen Dank dafür!




Judy  schrieb hier
Die Autobiografie hat sich gut gelesen. 
Origineller Weise beschreibt Anna die Lebensphasen und einzelne Situationen 
anhand der (gekauften und genähten oder auch gestrickten) Kleidung, die sie trug.
Wenn man mal so zurückdenkt, 
findet man ja auch ganz viele Parallelen zwischen den Lebensumständen und der Kleidung, die man trägt.
Also meine Vorliebe zu Schwarz begann auf jeden Fall während des Studiums  :-) 
Ganz beachtlich finde ich, dass Anna in ihrem Leben den Mut aufgebracht hat,
immer was Neues zu probieren und damit ihre Talente auszutesten, 
vom Tanzen und Singen über das Moderieren bis zur Schriftstellerei.


Ingeborg schrieb:
  
Hallo Anna, 
Ich schreibe weiter in English, geht etwas schneller. Meine Mutter ist eine stolze Hamburgerin, aber sie hat nie Deutsch mit uns gesprochen. (Vielleicht weil Sie im Krieg nach Holland gekomen ist, da war es keine gute Idee Deutsch zu sprechen). 
I really liked your book. The clothes are a good way of telling a story, they act the same way as music or fragances, they bring back memories.
The chapters 'Hinter den Spiegeln' read like an interesting kind of therapy.
All in all it makes a good reading, thank you again for sending me the book!
Karin schrieb im Kommentar zu "Kleidertanz"Hallo Anna, ich lese ja gerade die "alte"Auflage. Sie gefällt mir sehr gut. Merke, dass ich gar nicht so schnell lesen kann wie sonst, weil bei mir selber so viel Erinnerungen dadurch hochkommen. Die Idee ein Leben zu beschreiben anhand von Kleidungsstücken finde ich genial. LG karin

Samstag, 2. November 2013

Kleidertanz, Neubearbeitung von "Schnittmuster" Band 1

Es ist da:
 Die Neubearbeitung  des Romans "Schnittmuster" in 2 Bänden. hier der Band 1 (veränderter Stil und teilweise Inhalt, aber immer noch anhand von Kleidungsstücken).



Probekapitel:

Die amerikanischen Nylonblusen 

 Der Postbote hat ein großes Paket gebracht, von den Verwandten aus Nordamerika, aus Minneapolis. Mutter und Tante Mathilde sind dabei, es auszupacken.
Kathrin“, ruft Tante Mathilde, „schau mal, hier ist was für dich!“
Kathrin lugt neugierig um die Ecke. „Für mich? Was ist es denn?“
Mutter hält eine hellblaue Bluse hoch. „Die könnte dir doch passen.“
Hellblauer, weicher, schmiegsamer Nylonstoff mit Biesen, abgesteppten Minifalten, am Vorderteil, und einem Bubikragen. Kathrin läuft in ihr Zimmer, schlüpft in die Bluse und schaut sich prüfend im Spiegel an. Nicht schlecht, denkt sie und nickt dem Spiegelbild zu.
Zeig dich mal!“, rufen die Damen. „Oh, die steht dir aber gut, besonders zu deinen schwarzen Haaren. Hübsch ist sie, mit den Biesen!“
Mutter und Tante Mathilde vertiefen sich in die anderen Kleidungsstücke. „Oh, schaut mal!“, ruft Mutter und zieht ein großes Oberteil aus dem Paket.
Es ist ein eleganter Umhang, bis über die Taille, ganz aus feinem Pelz.
Das ist ja ganz was Besonderes, Lilli, den musst du ins Theater anziehen, in die Oper, da gehört der hin.“, schlägt Tante Mathilde vor.
Mutter steht verzückt vor dem Spiegel und kann es gar nicht fassen. Der Pelz ist glatt und langhaarig und schimmert seidig. Sie liest den beiliegenden Brief.
Das ist Skunk, Stinktier!“ Ihr Ton schwankt zwischen Bewunderung und Erstaunen. „Wie schade, dass Anton nicht mit ins Theater geht, er liebt die Oper doch genauso wie ich.“
Sie schaut bekümmert drein.
Dann gehst du eben mit deiner Freundin Charlotte“, entscheidet Tante Mathilde. „So kannst du dich auf jeden Fall sehen lassen!“
Sie kramt weiter im Karton. „Schau mal, Kathrin, hier ist noch mal die gleiche Bluse in rosa!“
Kathrin ist ganz versunken in die Bewunderung ihrer schönen Mutter in der Pelzjacke. Darin sieht sie ihrer Cousine, der Opernsängerin Anna Dura, so ähnlich.
Darauf ist Mutter schon angesprochen worden. „Sind Sie mit Anna Dura verwandt?“
Das ist meine Cousine“, antwortet Mutter dann und errötet ein wenig.
Wenn Mutter mal ausgegangen ist, früher noch mit Vater, hat Kathrin sie bewundert in ihren schönen Kleidern, die auf Figur geschneidert waren, in Schwarz und Lila. Heute geht Mutter nur noch selten in Abendgarderobe aus. Vater möchte nicht ausgehen, es ist ihm zu mühsam mit Stock und Holzbein.
Aber er ermuntert Mutter ein Theaterabonnement zu buchen.
Kathrin wird von ihrem Spiegelbild erinnert, dass die rosa Bluse auch ganz hübsch aussieht. Das Spiegelbild freut sich und Kathrin steckt die Bluse in den Rock. „So was könnte ich gar nicht nähen,“ gesteht sie dem Spiegelbild.
Am Samstagabend ist Kathrin zu einer Party bei dem Sohn von Café Leysieffer eingeladen. In der Wohnung seiner Eltern gibt es eine Bar mit Barhockern. Kathrin hat ihr hellblaues Kleid angezogen und fremdelt ein bisschen. Ein großer junger Mann mit rotblonden Locken, einer eng sitzenden hellen Hose und einem offenen weißen Hemd setzt sich neben sie. Kein Spiegelbild weit und breit zu sehen. Der junge Gott nimmt sie kaum zur Kenntnis.
Nicht mal ein Blick?“, fragt sie sich enttäuscht.
Das schreit nach Rache. Vor Schreck wirft Kathrin ihr Colaglas um, an das sie sich gerade noch klammern wollte.
Der junge Gott springt auf und versucht, die Cola von seiner Hose zu wischen. Dann verschwindet er auf die Toilette. Zumindest hat er sie jetzt bemerkt, denkt Kathrin, und als er zurückkommt, bietet sie ihm an, die Reinigung zu bezahlen. Er winkt großzügig ab. Nun ist aber das Eis gebrochen, sie unterhalten sich und scherzen miteinander.
Einen kleinen Moment blitzt etwas auf, und als Kathrin wieder bei sich ist, sieht sie ihr Spiegelbild, als Cupido verkleidet, in der Ecke sitzen, den gespannten Bogen direkt auf sie gerichtet. Im nächsten Augenblick ist der Pfeil verschwunden.

Buchillustration: Fotos: Charlotte March, genehmigt von Prof. Dr. H. Falckenberg



Minimode
Das Abikleid




Der lila Mantel

In allen Buchhandlungen sowie über das Internet erhältlich. Bis zum 20.November 2013 auch bei mir zum  Sonderpreis.




Montag, 2. September 2013

Prosa und Poesie - Literatur in der W 3

Proudly Presented:


Eine neue monatliche Literaturveranstaltung in Hamburg - Ottensen,
alle Infos hier

Dienstag, 9. Juli 2013

Abenteuer reisender Frauen, von Armin Strohmeyr, Piper Verlag





Bin total begeistert. Dieses Buch hat mir mein Sohn zum Geburtstag geschenkt und ich habe es peu à peu gelesen.
Unglaublich, was Frauen, schon seit dem 16. Jahrhundert, alles bereist haben, unter allerschwersten Bedingungen

Der Autor ist Armin Strohmeyr,  und hier gibt es Rezensionen und weitere Infos.

Dienstag, 23. April 2013

Welttag des Buches

 Adrienne Thomas, Die Kathrin wird Soldat





Zum Welttag des Buches möchte ich auf dieses Buch aufmerksam machen, dass es als Bestseller des 20. Jahrhunderts und Antikriegsbuch verdient hat, nicht vergessen zu werden.

Mein erstes Buch: Schnittmuster - meine schönen Kleider - Eine Zeitreise

8. September 2013: noch zwei!

 4. September 2013
Noch 6 Exemplare, nach Deutschland Porto frei!

2. September 2013:
 Noch 10 Restexemplare zu verschenken gegen Rückmeldung  (Post auf eurem Blog)!!! infos darüber hier



Mein erstes Buch mit dem Titel "Schnittmuster - Meine schönen Kleider - eine Zeitreise -"  (Rezensionen hier)  ist schon im Winter 2011 herausgekommen. Es ist ein Roman anhand von Kleidungsstücken geworden. 

 Nachdem ich in längerer Überarbeitungszeit mit Hilfe der Lektorin Maren Schönfeld  das Schreiben abgeschlossen hatte, begann die Zeit des Druckvorlage Erstellens. Ich hatte mich entschieden, nachdem ich mich bei einigen Verlagen vorgestellt hatte, drei Beinahe-Zusagen erhalten hatte und durchaus positive Äußerungen von Verlagslektoren,( siehe oben Rezensionen) bekam, letztlich wurde aber nichts daraus, aus Gründen der Preisgestaltung das Buch selbst drucken zu lassen. Es sollte nicht über 10 € kosten, das wäre bei BoD nicht möglich gewesen.
2012 war ich dann zu vielen (selbst- organisierten und -gestalteten) Lesungs-Performances unterwegs, z.B. hier, so dass die erste kleine Auflage schnell zusammenschmolz.
Die neue Idee danach war, das Buch neu zu bearbeiten, und daraus zwei Bücher zu machen, mit einem geplanten dritten, das sich  als Sachbuch um weibliche Rollenvorstellungen von der Antike bis heute in unterhaltsamer Art drehen soll. Eine Trilogie also, mit dem Arbeitstitel "Love me Gender", neuer Titel: "von der Rolle", Teil 1, 2 und 3.
Teil 1 ist demnächst fertig und harrt der Herausgabe, "proudly presented", und ist diesmal von Sabine Kunath von Wortwerk München  kompetent und fürsorglich betreut worden.
Diesmal soll es doch noch BoD werden, weil es durchaus Vorteile bietet, und wenn das Buch weniger Seiten hat, wird es auch nicht so teuer. Hier schon mal vorab das Titelbild:

Also drückt mir die Daumen, dass ich einigermaßen schnell voran komme, einige Exemplare der ersten Auflage habe ich noch, ansonsten kann man das (erste) Buch auch als Kindle Ausgabe für 2,68€ bei Amazon erwerben.
Die ersten fünf Kapitel kann man hier kostenlos lesen.
Danke, dass du bis hierhin gelesen hast und schöne Grüße aus Hamburg,
Anna

Freitag, 19. April 2013

Herrmann Koch, Angerichtet

Mir wurde dieses Buch als äußerst spannenderThriller angeboten: "Musst du unbedingt lesen!"
"Spiegel Bestseller" steht darauf. Tja, dafür hab ich es sozusagen meinen auf dem Stapel wartenden Büchern vorgezogen.
Ich will jetzt nicht beschreiben, was schon einige Rezensenten ausführlich besser gemacht haben, z.B. hier   und hier
Zugegeben, es ist brilliant geschrieben und erzählt, die Konstruktion mit dem Menu genial und die Beziehungen der Protagonisten teilweise großartig in Szene gesetzt. Ihr ahnt es schon, jetzt kann nur ein "Aber" kommen. Wieder zugegeben, ich habe das Buch verschlungen und hab es ratzfatz durch gelesen, und, wie man es mit solch einem Menu auch nicht tun sollte, nämlich "verschlingen", anschließend schlecht verdaut.
Ich sag mal so, ich bin nicht der Meinung von Christine Westermann, um einen Ausgangspunkt zu bekommen. Sie schreibt:  “Angerichtet” stand monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste in den Niederlanden. Hoffentlich passiert das auch in Deutschland."
Und zwar deshalb nicht, weil ich es trotz allem zu konstruiert finde und unglaubwürdig. Erstens glaube ich nicht, dass Eltern eine so grausige Tat ihres Sohnes völlig verdrängen können um ihr Kind zu schützen, oder anders, wenn ja, sollte schon ein innerer Konflikt irgendwie ausgedrückt werden. Könnte ja literarisch sehr gut dargestellt werden, irgendwelche Ausfälle oder merkwürdige Verhaltensweisen, aber nichts, den Eltern geht es, mir etwas zu aufdringlich, um reine Vertuschung des Verbrechens. Ich finde, das kann man nicht so abtun wie mit "faschistischer Verdrängung", denn das grausige Verbrechen ist dazu allzu präsent. Ich glaube nicht, dass die menschliche Psyche so funktioniert.
Darüber hinaus finde ich den Dreh überflüssig, dass die unkontrollierte Aggressivität des Vaters, der ja in psychiatrischer Behandlung ist, sich am Ende per genetischer Übertragung im Sohn sozusagen als "Symptom" manifestiert, was die Ergebnisse der früheren Fruchtwasseruntersuchung suggerieren sollen.
Das ist mir zu einfach, Verbrechen als genetischer Defekt.  Und, angesichts dieser Tatsache,   die stillschweigende "Verbrüderung" von Vater und Sohn zu unrealistisch. Damit wird noch mal an der Schraube des "Geheimnisvollen" gedreht.
Irgendwo in einer Rezension steht, dass ein schlechter Geschmack übrigbleibt nach dem Lesen.  Das war bei mir auch so, aber eher aus den oben genannten Gründen. Sorry, auch wenn dadurch der Gruselschauer geschmälert wird.
 

Montag, 8. April 2013

Annassalong - Frühlingssalon - Lesetage gegen Vattenfall

Auf meinem Blog "Annas Salons" findet ihr die Infos zur Veranstaltung am 18. April "Annassalong" im Rahmen der
HEW Lesetage gegen Vattenfall.

Reisen Sie ab, Mademoiselle, Adrienne Thomas

Ich lese wieder Adrienne Thomas. "Die Kathrin wird Soldat" hat mir unglaublich gut gefallen, so eine aufgeweckte, aufmüpfige junge Frau, die zwischen Liebe und Trauer und der Sinnlosigkeit der Politik hin-und hergeworfen wird,
aber immer ihren gesunden Menschenverstand behält. Sie bleibt "an der Front" d.h. arbeitet in Metz im Lazarett und versorgt die verwundeten Soldaten, die in großen Massen mit der Bahn ankommen.
"Reisen Sie ab, Mademoiselle", spielt in den Wirren vor und während des zweiten Weltkrieges, eine junge französische Tänzerin lebt erst in Wien und dann in Paris, wo sie erfolgreich wird und auch in Filmproduktionen mitspielt. Es ist großartig, wie sie in den Dialogen erzählt, wie die politischen Meinungen zum Teil von Größenwahn und Ängsten beherrscht werden. Von der Kunst, eine eigene Meinung zu bewahren, wenn viele dem Irrsinn nichts entgegenhalten können und wollen, selbst in Frankreich. Eine mutige und charakterstarke junge  Frau wird dargestellt, ein wunderbares Zeitzeugnis außerdem.
Neueste Ausgabe beim Fischer Verlag in der "Bibliothek der verbrannten Bücher" mit Vorwort von Peggy Parnass

Sonntag, 10. März 2013

Wie kleine Buchläden überleben

Heute eine Artikel in "Zeit online " gelesen.
Entwicklung des Buchhandels. Interessant das Konzept von einigen kleinen Buchläden:
" Klepp hat sich für vier Säulen entschieden: das Café, den Laden, Veranstaltungen und – um Amazon zu trotzen – einen eigenen, von ihm selbst geführten Onlineshop; einen hohen fünfstelligen Betrag hat er in dieses Projekt investiert."  mehr

Sonntag, 24. Februar 2013

Die Kathrin wird Soldat

Als ich klein war, sprachen meine Eltern darüber, warum sie mich Anna-Katharina genannt hatten.
Ich war die Jüngste von fünf Geschwistern und als Einzige nach dem zweiten Weltkrieg geboren.
Sie erzählten mir, dass sie ein Buch gelesen hatten, das damals, neben "Im Westen nichts Neues"
von  Erich Maria Remarque, sehr populär war. Nämlich "Die Kathrin wird Soldat" von Adrienne Thomas Es gefiel ihnen so gut, dass sie mich mit zweitem Namen "Katharina" nannten.  Erst vor einiger Zeit hab ich mich daran erinnert und mal nach dem Titel gegoogelt.
Und siehe da, der Roman ist sogar verfilmt worden, es gab eine Fernsehserie in den Achtzigern und es gibt noch einige Exemplare des Buches.
Und eine recht aktuelle (2009) Rezension  in der FAZ
Damals hatte ich schon das Gefühl, dass mit meinem Namen ein positives Bild verbunden war. Meine Eltern erzählten davon mit leuchtenden Augen. Aber: eine Frau wird Soldat? Damit konnte ich nicht viel anfangen, besonders nicht, was meine Eltern sich dabei gedacht hatten. Mein Vater hatte ein recht konservatives Frauenbild (s. mein Roman "Schnittmuster" der Pariser Brief am Anfang, Prolog), meine Mutter träumte vielleicht von etwas Anderem als der Hausfrauenrolle, erfüllte sie aber.  Auf die Idee, sie nach den Zusammenhängen zu fragen, bin ich zu ihren Lebzeiten leider nicht gekommen.  
Ich bestell mir das Buch mal und werde dann darüber berichten. Bin sehr gespannt, welche Ideen, Erlebnisse und welches Frauenbild meine Eltern so bewogen haben, mich nach dieser "Kathrin"  zu benennen.
Nachtrag: 
Ich finde das Buch unbeschreiblich gut, spannend und faszinierend.
Zitat:
4. August 1914
...Und da sitzt mir nun dieser Leutnant Olbrich gegenüber, liebenswürdig, gut erzogen wie ein Franzose und sagt mit lächelnder Ruhe, Menschen tot zu schlagen sei wenig erfreulich.
Ein feiner ruhiger Privatmensch wird von seiner Frau und seinem Kind weg gerufen, geht mit schweigender Selbstverständlichkeit - er ist doch nicht feige und er liebt doch sein Vaterland - geht aber auch mit innerlichem Kopfschütteln - denn er liebt das Leben und seine Familie; und Menschen tot zu schlagen, ja, wie kommt er eigentlich dazu?"
Weitere Infos über Adrienne Thomas hier 
Danke, dass du bis hierhin gelesen hast!