Adrienne Thomas, Die Kathrin wird Soldat
Zum Welttag des Buches möchte ich auf dieses Buch aufmerksam machen, dass es als Bestseller des 20. Jahrhunderts und Antikriegsbuch verdient hat, nicht vergessen zu werden.
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Dienstag, 23. April 2013
Welttag des Buches
Montag, 8. April 2013
Reisen Sie ab, Mademoiselle, Adrienne Thomas
Ich lese wieder Adrienne Thomas. "Die Kathrin wird Soldat" hat mir unglaublich gut gefallen, so eine aufgeweckte, aufmüpfige junge Frau, die zwischen Liebe und Trauer und der Sinnlosigkeit der Politik hin-und hergeworfen wird,
aber immer ihren gesunden Menschenverstand behält. Sie bleibt "an der Front" d.h. arbeitet in Metz im Lazarett und versorgt die verwundeten Soldaten, die in großen Massen mit der Bahn ankommen.
"Reisen Sie ab, Mademoiselle", spielt in den Wirren vor und während des zweiten Weltkrieges, eine junge französische Tänzerin lebt erst in Wien und dann in Paris, wo sie erfolgreich wird und auch in Filmproduktionen mitspielt. Es ist großartig, wie sie in den Dialogen erzählt, wie die politischen Meinungen zum Teil von Größenwahn und Ängsten beherrscht werden. Von der Kunst, eine eigene Meinung zu bewahren, wenn viele dem Irrsinn nichts entgegenhalten können und wollen, selbst in Frankreich. Eine mutige und charakterstarke junge Frau wird dargestellt, ein wunderbares Zeitzeugnis außerdem.
Neueste Ausgabe beim Fischer Verlag in der "Bibliothek der verbrannten Bücher" mit Vorwort von Peggy Parnass
aber immer ihren gesunden Menschenverstand behält. Sie bleibt "an der Front" d.h. arbeitet in Metz im Lazarett und versorgt die verwundeten Soldaten, die in großen Massen mit der Bahn ankommen.
"Reisen Sie ab, Mademoiselle", spielt in den Wirren vor und während des zweiten Weltkrieges, eine junge französische Tänzerin lebt erst in Wien und dann in Paris, wo sie erfolgreich wird und auch in Filmproduktionen mitspielt. Es ist großartig, wie sie in den Dialogen erzählt, wie die politischen Meinungen zum Teil von Größenwahn und Ängsten beherrscht werden. Von der Kunst, eine eigene Meinung zu bewahren, wenn viele dem Irrsinn nichts entgegenhalten können und wollen, selbst in Frankreich. Eine mutige und charakterstarke junge Frau wird dargestellt, ein wunderbares Zeitzeugnis außerdem.
Neueste Ausgabe beim Fischer Verlag in der "Bibliothek der verbrannten Bücher" mit Vorwort von Peggy Parnass
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Sonntag, 24. Februar 2013
Die Kathrin wird Soldat
Als ich klein war, sprachen meine Eltern darüber, warum sie mich Anna-Katharina genannt hatten.
Ich war die Jüngste von fünf Geschwistern und als Einzige nach dem zweiten Weltkrieg geboren.
Sie erzählten mir, dass sie ein Buch gelesen hatten, das damals, neben "Im Westen nichts Neues"
von Erich Maria Remarque, sehr populär war. Nämlich "Die Kathrin wird Soldat" von Adrienne Thomas Es gefiel ihnen so gut, dass sie mich mit zweitem Namen "Katharina" nannten. Erst vor einiger Zeit hab ich mich daran erinnert und mal nach dem Titel gegoogelt.
Und siehe da, der Roman ist sogar verfilmt worden, es gab eine Fernsehserie in den Achtzigern und es gibt noch einige Exemplare des Buches.
Und eine recht aktuelle (2009) Rezension in der FAZ
Damals hatte ich schon das Gefühl, dass mit meinem Namen ein positives Bild verbunden war. Meine Eltern erzählten davon mit leuchtenden Augen. Aber: eine Frau wird Soldat? Damit konnte ich nicht viel anfangen, besonders nicht, was meine Eltern sich dabei gedacht hatten. Mein Vater hatte ein recht konservatives Frauenbild (s. mein Roman "Schnittmuster" der Pariser Brief am Anfang, Prolog), meine Mutter träumte vielleicht von etwas Anderem als der Hausfrauenrolle, erfüllte sie aber. Auf die Idee, sie nach den Zusammenhängen zu fragen, bin ich zu ihren Lebzeiten leider nicht gekommen.
Ich bestell mir das Buch mal und werde dann darüber berichten. Bin sehr gespannt, welche Ideen, Erlebnisse und welches Frauenbild meine Eltern so bewogen haben, mich nach dieser "Kathrin" zu benennen.
Nachtrag:
Ich finde das Buch unbeschreiblich gut, spannend und faszinierend.
Zitat:
4. August 1914
...Und da sitzt mir nun dieser Leutnant Olbrich gegenüber, liebenswürdig, gut erzogen wie ein Franzose und sagt mit lächelnder Ruhe, Menschen tot zu schlagen sei wenig erfreulich.
Ein feiner ruhiger Privatmensch wird von seiner Frau und seinem Kind weg gerufen, geht mit schweigender Selbstverständlichkeit - er ist doch nicht feige und er liebt doch sein Vaterland - geht aber auch mit innerlichem Kopfschütteln - denn er liebt das Leben und seine Familie; und Menschen tot zu schlagen, ja, wie kommt er eigentlich dazu?"
Weitere Infos über Adrienne Thomas hier
Danke, dass du bis hierhin gelesen hast!
Ich war die Jüngste von fünf Geschwistern und als Einzige nach dem zweiten Weltkrieg geboren.
Sie erzählten mir, dass sie ein Buch gelesen hatten, das damals, neben "Im Westen nichts Neues"
von Erich Maria Remarque, sehr populär war. Nämlich "Die Kathrin wird Soldat" von Adrienne Thomas Es gefiel ihnen so gut, dass sie mich mit zweitem Namen "Katharina" nannten. Erst vor einiger Zeit hab ich mich daran erinnert und mal nach dem Titel gegoogelt.
Und siehe da, der Roman ist sogar verfilmt worden, es gab eine Fernsehserie in den Achtzigern und es gibt noch einige Exemplare des Buches.
Und eine recht aktuelle (2009) Rezension in der FAZ
Damals hatte ich schon das Gefühl, dass mit meinem Namen ein positives Bild verbunden war. Meine Eltern erzählten davon mit leuchtenden Augen. Aber: eine Frau wird Soldat? Damit konnte ich nicht viel anfangen, besonders nicht, was meine Eltern sich dabei gedacht hatten. Mein Vater hatte ein recht konservatives Frauenbild (s. mein Roman "Schnittmuster" der Pariser Brief am Anfang, Prolog), meine Mutter träumte vielleicht von etwas Anderem als der Hausfrauenrolle, erfüllte sie aber. Auf die Idee, sie nach den Zusammenhängen zu fragen, bin ich zu ihren Lebzeiten leider nicht gekommen.
Ich bestell mir das Buch mal und werde dann darüber berichten. Bin sehr gespannt, welche Ideen, Erlebnisse und welches Frauenbild meine Eltern so bewogen haben, mich nach dieser "Kathrin" zu benennen.
Nachtrag:
Ich finde das Buch unbeschreiblich gut, spannend und faszinierend.
Zitat:
4. August 1914
...Und da sitzt mir nun dieser Leutnant Olbrich gegenüber, liebenswürdig, gut erzogen wie ein Franzose und sagt mit lächelnder Ruhe, Menschen tot zu schlagen sei wenig erfreulich.
Ein feiner ruhiger Privatmensch wird von seiner Frau und seinem Kind weg gerufen, geht mit schweigender Selbstverständlichkeit - er ist doch nicht feige und er liebt doch sein Vaterland - geht aber auch mit innerlichem Kopfschütteln - denn er liebt das Leben und seine Familie; und Menschen tot zu schlagen, ja, wie kommt er eigentlich dazu?"
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Montag, 14. Januar 2013
Gerda Lerner
Liebe Besucher_innen, Herzlich Willkommen.
Gerade habe ich gelesen: Gerda Lerner, Feuerkraut.
Gerda Lerner ist am 2. Januar 2013 92jährig gestorben. Das erfuhr ich über Facebook und der Edition fünf, einem Verlag, der vergessene Bücher von Frauen wieder neu auflegt, so wie es die Kore Edition in den Achtziger und Neunziger Jahren getan hat. Leider weiß das heute noch kaum jemand, dass Traute Hensch diese Pionierarbeit geleistet hat. Da ich mich mit dem Thema Gender, dem sozialem Geschlecht, seit längerem beschäftige, bin ich gleich auf Gerda Lerner aufmerksam geworden und hab mir "Feuerkraut" auf meinen Kindle geladen. Seitdem bin ich total beeindruckt von der Geschichte dieser Frau, ihren Lebenseinstellungen und Erfahrungen, die sie besonders intensiv, finde ich, reflektiert hat. Ich habe mir gleich "Die Entstehung des Patriarchats" (nur noch gebraucht erhältlich) bestellt.
Besonders beindruckend finde ich aber auch die lebendige Schilderung ihres Lebens mit all ihren Zweifeln, ihrer Verzweiflung und starken Ängsten, aber auch Selbstbewusstsein und Mut, weiter zu leben, das Beste aus der Situation zu machen. Die zwiespältige Beziehung zu ihrer Mutter, der Malerin Ili Kronstein, die alle weiblichen Rollenverpflichtungen für sich abgelehnt und ihre künstlerisches Talent auch in schwierigsten Zeiten weiter entwickelt hat.
Faszinierende "Frauengeschichte", dazu ein großartiges Zeitgemälde aus weiblicher Sicht, sowohl in bezug auf die historischen, beängstigenden Ereignisse über viele Jahre hinweg als auch ein kulturelles Zeugnis der Zeit seit den zwanziger Jahren. Hier kann man Gerda Lerner noch hören und hier über sie lesen.
Bis bald!
Gerade habe ich gelesen: Gerda Lerner, Feuerkraut.
Gerda Lerner ist am 2. Januar 2013 92jährig gestorben. Das erfuhr ich über Facebook und der Edition fünf, einem Verlag, der vergessene Bücher von Frauen wieder neu auflegt, so wie es die Kore Edition in den Achtziger und Neunziger Jahren getan hat. Leider weiß das heute noch kaum jemand, dass Traute Hensch diese Pionierarbeit geleistet hat. Da ich mich mit dem Thema Gender, dem sozialem Geschlecht, seit längerem beschäftige, bin ich gleich auf Gerda Lerner aufmerksam geworden und hab mir "Feuerkraut" auf meinen Kindle geladen. Seitdem bin ich total beeindruckt von der Geschichte dieser Frau, ihren Lebenseinstellungen und Erfahrungen, die sie besonders intensiv, finde ich, reflektiert hat. Ich habe mir gleich "Die Entstehung des Patriarchats" (nur noch gebraucht erhältlich) bestellt.
Besonders beindruckend finde ich aber auch die lebendige Schilderung ihres Lebens mit all ihren Zweifeln, ihrer Verzweiflung und starken Ängsten, aber auch Selbstbewusstsein und Mut, weiter zu leben, das Beste aus der Situation zu machen. Die zwiespältige Beziehung zu ihrer Mutter, der Malerin Ili Kronstein, die alle weiblichen Rollenverpflichtungen für sich abgelehnt und ihre künstlerisches Talent auch in schwierigsten Zeiten weiter entwickelt hat.
Faszinierende "Frauengeschichte", dazu ein großartiges Zeitgemälde aus weiblicher Sicht, sowohl in bezug auf die historischen, beängstigenden Ereignisse über viele Jahre hinweg als auch ein kulturelles Zeugnis der Zeit seit den zwanziger Jahren. Hier kann man Gerda Lerner noch hören und hier über sie lesen.
Bis bald!
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